Nichts wurde es aus dem vierten Sieg im vierten Spiel für unsere Erste Herren. Gegen Absteiger SV Obernkirchen reichte es nur zu einem 1:1-Unentschieden. Viel schwerer als die zwei verlorenen Punkte wiegt aber der Verlust von dem hervorragend in die Saison gestarteten Lukas Fischbeck. Dieser wurde direkt vom Sportplatz ins Krankenhaus gebracht und wird der Mannschaft mit einem erneuten Bänderriss längerfristig fehlen.

Dementsprechend äußerte sich ein von der Verletzung sichtlich mitgenommener Dennis Strauß auch nach der Begegnung: „Hätte ich die Möglichkeit, Obernkirchen die drei Punkte zu schenken und im Gegenzug wäre Luke wieder fit, würde ich das sofort unterschreiben!“

Auch die Art und Weise der Verletzung, der eine „mehr als überflüssige Aktion in unserer Hälfte“ vorausgegangen war, ärgerte den Coach sehr. Überhaupt war das Spiel eines aus der Kategorie „lieber schnell abhaken“. Was auch, aber nicht allein an dem überforderten Schiedsrichtergespann lag, das einige überharte Einsteigen der mit drei Niederlagen gestarteten und mit dem Rücken zur Wand stehenden Gastgeber nicht ahndete. In der Folge glitt den Unparteiischen das Spiel zunehmend aus der Hand, Fußball spielen stand lange Zeit nicht auf der Agenda.

Obernkirchen profitierte dabei vom Anpfiff weg von einer unkonzentrierten SVS-Elf, die zunächst jegliche Zuordnung vermissen ließ. Nach einem Schuss aus 16 Metern an den Pfosten, konnte Dogan Kartalkus unbehelligt zur frühen Führung nach vier gespielten Minuten abstauben. Die Strauß-Elf musste sich nun, erstmals in dieser Saison in Rückstand geraten, in dieses Spiel hinein kämpfen. Erstmals in neuen, blau-weiß gestreiften Auswärtstrikots auflaufend, brachte die Umstellung von 4-1-4-1 auf ein System mit zwei Spitzen mehr Zugriff auf Ball und Gegner.

Unmittelbar bevor der Schiedsrichter zum Pausentee pfiff, erzielte Abwehrmann Leon Reuter nach einer Ecke auf den kurzen Pfosten den Ausgleichstreffer für die Victoria. Eine Variante, die auch in der vergangenen Partie gegen Germania Apelern bereits von Erfolg gekrönt war.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte lief das Spiel, nicht zuletzt aufgrund vieler Nickligkeiten, eher schleppend. Erst nach gut 70 Minuten fing der SVS an, sein gewohntes Spiel besser aufzuziehen und kam zu ein paar Halbchancen, die aber insgesamt nicht zwingend genug waren. So blieb es letztlich in einem unansehnlichen Spiel beim 1:1.

Versucht man, neben der tragischen Verletzung Fischbecks, dem wir hier schnelle Genesung und Rückkehr auf den Platz wünschen möchten, die positiven Aspekte dieser Partie zu finden, ist einer sicherlich die Moral. Das Team geriet erstmalig in dieser Spielzeit in Rückstand, und das auch noch sehr früh, kämpfte sich aber mit zunehmender Dauer ins Spiel. Darüber hinaus sind sonst alle eingesetzten Spieler gesund geblieben, was bei den Attacken der SVO-Akteure keine Selbstverständlichkeit war. Und: Die Serie von ungeschlagenen Spielen in der Kreisliga wurde auf 23 aufgebaut. Möglicherweise ist ja dieser eine, hart erkämpfte Punkt am Saisonende noch Gold wert.(OD)

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann