Es blieb eine kurze Reise im Kreispokal für den SV Sachsenhagen. Am gestrigen Dienstagabend musste man sich der SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten mit 7:5 nach Elfmeterschießen geschlagen gegeben und ist damit erstmals seit der Saison 2013/2014 nicht über die zweite Runde hinausgekommen. Damit fand auch der Traum von der ersten Finalteilnahme seit 2008 ein jähes Ende. Damals schlug man den designierten Kreismeister Union Stadthagen in einem begeisternden Spiel in Lüdersfeld mit 6:3 nach Elfmeterschießen. Seither gingen vier von fünf Elfmeterschießen im Kreispokal verloren und auch in der Aufstiegsrelegation zog man zuletzt vom Punkt zweimal den Kürzeren.

Dabei erwischte die Strauß-Elf in Liekwegen gegen die klassentiefere SG eigentlich einen Start nach Maß. Bereits nach vier Zeigerumdrehungen traf Julian Zisting, der sonst für unsere Zweite im Einsatz ist, mit einem platzierten Schuss aus gut 16 Metern zur frühen Gästeführung. Der Kreisliga-Vizemeister blieb in der Folge das bessere Team und erspielte sich einige vielversprechende Möglichkeiten, die allerdings ungenutzt blieben. So ging es zwar mit dem 1:0-Vorsprung in die Pause, doch wie schon zuletzt in Krankenhagen versäumte es Schwarz-Gelb, mit weiteren Treffern eine Vorentscheidung zu erzielen und dem Gegner den Wind aus den Segeln zu nehmen.

So aber kam Liekwegen nach Wiederanpfiff mit mehr Elan auf den Rasen, während sich bei der Victoria mit zunehmender Spieldauer Fehler und taktische Nachlässigkeiten einschlichen. Zu viele Bälle gingen verloren und so war der Ausgleich folgerichtig: Marek Lewerenz wurde nicht ausreichend attackiert und schlenzte den Ball von der Strafraumkante an Marius Pietzonka vorbei ins Eck (69.).

Erst der Gegentreffer ließ den SVS wieder aktiver werden. Der eingewechselte Leon Reuter schlug einen sehenswerten Ball auf Leon Fulde, der per Kopf Tim Hensel bediente. Der Mann mit der Rückennummer zehn hatte aus Nahdistanz keine Probleme, seine Farben wieder in Front zu bringen (77.). Die Freude wehrte allerdings nur kurz. Weiterhin fehlte im Mittelfeld der konsequente Zugriff, daraus resultierte ein Foul rund 35 Meter vor dem eigenen Tor. Die hohe Freistoß-Hereingabe konnte aufgrund fehlender Zuordnung abermals nicht verteidigt werden, sodass Lewerenz erneut der Ausgleich für die Hausherren gelang.

In den Schlussminuten rannte der Favorit noch einmal an und versuchte mit aller Kraft, das Elfmeterschießen abzuwenden. Das Glück war an diesem Tag aber nicht mit der Victoria, es reichte nur noch zu zwei Pfostentreffern. Die gleichwertigen Gastgeber retteten das Remis über die Zeit und zeigten sich im anschließenden Elfmeterschießen nervenstark. Alle Spieler verwandelten, während es auf Sachsenhäger Seite einen Fehlschuss gab. Wie schon im Vorjahr gegen den SV Engern schied man also im Elfmeterschießen aus.

Trainer Dennis Strauß resümierte am Tag nach der Niederlage: „Eine durchschnittliche Leistung hat gestern nicht ausgereicht. Wir haben nicht viel zugelassen, aber trotzdem zwei Tore kassiert. Ein so frühes Pokalaus wünscht sich keiner. Fußball ist aber ein Lernprozess und das gilt es aus diesem Spiel mitzunehmen.“

Es folgen mit dem TuS Niedernwöhren, Spitzenreiter TSV Hagenburg und der FSG Pollhagen drei schwere Brocken im Ligabetrieb und es wird sich zeigen, ob der SVS zurecht zu den genannten Favoriten der Kreisliga gehört oder nicht.(OD)

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann