Die letzten Wochen waren eine einzige, nicht immer erklärbare, Achterbahnfahrt bei unserer Ersten. Zumindest was die Ergebnisse anbelangte. Nach der 1:1-Unentschieden am Stück wechselten sich in der Folge Sieg und Niederlage Woche für Woche in unschöner Regelmäßigkeit ab.

Im Heimspiel gegen den SC Auetal stand demnach eine logische, wenngleich vermeidbare 1:2-Niederlage zu Buch. Eigentlich war die Elf von Dennis Strauß gut in die Partie gekommen, hatte durch Tim Hensel eine Riesenchance zur frühen Führung, die durch Gäste-Schlussmann Metin Yetiz vereitelt wurde. Sein siebtes Saisontor ließ Hensel trotzdem nach gut einer halben Stunde folgen. Beim hübsch geschlenzten Freistoß unserer Nummer 10 war Yetiz diesmal chancenlos.

Leider hatte diese Führung nur wenige Sekunden bestand. Nach einem Eckstoß des bis dato völlig harmlosen SCA, ließ Torhüter Marius Pietzonka einen eigentlich sicher geglaubten Ball wieder los, was Ercan Adsiz sofort mit dem Ausgleichstreffer bestrafte. Als man kurz vor der Pause einen eigenen Freistoß fahrlässig ausspielte und von den gegnerischen Akteuren überrannt wurde, klingelte es erneut: Samer Mahmo brauchte nicht mehr viel zu machen, um seine Farben mit dem Pausenpfiff in Führung zu bringen.

Nach dem Wechsel wurde der SVS wieder zur tonangebenden Mannschaft, hatte aber Pech beim Kopfball von Malte Aumann und beim Lattenkracher Hensels. Wie schon im verlorenen Heimspiel gegen Lauenau fehlte das Abschlussglück, sodass die Leistung und Einstellung gar nicht zu kritisieren waren. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Strauß auch nach dem Spiel. Die Zuversicht beim Coach war groß, dass die Ergebnis-Achterbahn beim Auswärtsspiel am Freitagabend gegen Algesdorf 2 wieder nach oben gehen würde.

Und er sollte recht behalten. Unter Flutlicht zerlegte die Victoria mit tollem Kombinationsfußball auf gutem Geläuf die Reserve des TSV mit 5:0. Auffälligster Akteur beim Kantersieg war Dreifachtorschütze Yannik Thake, der sich mit seinem ersten Hattrick für unsere Erste vorzeitig selbst ein Geschenk zu seinem 20. Geburtstag machte. Auch Tim Hensel traf zweimal ins Schwarze und schließt so in der internen Torjägerlist zum Führenden Marcel Richter auf. Beide stehen nun bei neun Buden.

„Die Leistungsbereitschaft und Freude am Fußball waren deutlich zu spüren. Gute Kommunikation in allen Mannschaftsteilen. Vor allem die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass wir gute Kicker in unseren Reihen haben, welche die Kugel gut laufen lassen haben“, zeigte sich Trainer Strauß im Anschluss an den wichtigen Dreier höchstzufrieden. Zudem stand nach acht Spielen mit Gegentor endlich mal wieder die Null. Das Auf und Ab der letzten Wochen könnte jedoch auch ein Indiz dafür sein, dass viele Spieler die Winterpause gut gebrauchen könnten. Gegen Algesdorf kam immerhin Christian Michel zu seinem Saisondebüt, nachdem er zuletzt in der Aufstiegsrelegation gegen Ronnenberg mitgewirkt hatte. So oder so, vor dem letzten Spiel des Kalenderjahres gegen den FC Hevesen zeigt sich Strauß gewohnt zuversichtlich: „Wenn wir da anknüpfen, wird es Hevesen beim letzten Spiel in diesem Jahr schwer haben uns zu schlagen!“

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann