Die guten Nachrichten zuerst: Durch einen 5:3-Auswärtserfolg über den TSV Krankenhagen hat unsere Erste die nächsten drei Punkten eingefahren und bleibt in der Spitzengruppe der vier noch ungeschlagenen Kreisliga-Teams. Zudem stellt man gemeinsam mit dem MTV Rehren A/R mit 23 erzielten Treffern den besten Angriff.

Allerdings stellt man im Vergleich des Spitzenquartetts mit bereits neun Gegentoren mit Abstand die löchrigste Defensive. Zum Vergleich: Spitzenreiter Hagenburg hat erst vier Treffern hinnehmen müssen, die punktgleichen Rehrener drei und die ebenfalls punktgleichen Pollhäger noch gar keins.

Dieser Anfälligkeit des gesamten Teams in der Defensivarbeit rührt mit Sicherheit auch ein Stück weit von der offensiven Grundausrichtung her. Ihr ist es in jedem Fall zu verdanken, dass eigentlich eindeutige Spiele, in denen man den Gegner über weite Strecken beherrscht, unnötig spannend gemacht werden. So auch am Dienstagabend. Gegen die abstiegsgefährdeten Krankenhäger verspielte der SVS binnen zwei Minuten eine 3:1-Führung, und auch das erste Gegentor zum 0:1-Rückstand war, wie schon am Sonntag gegen Hevesen, ein unnötiges Elfmetergeschenk.

Die Strauß-Elf bewies jedoch wieder einmal Nehmerqualitäten und glich den frühen Rückstand durch Dominik Melcher bereits im Gegenzug aus, Leander Raabe veredelte eine sehenswerte Kombination auf dem linken Flügel per Kopf (17.). In der Folge fand die Victoria auch besser zu ihrem Spiel, dominierte den limitierten Gegner und scheiterte lediglich am stark reagierenden Achim Kentsch im Kasten der Hausherren. Dieser war jedoch Sekunden vor den Pausenpfiff offensichtlich mit seinem Gedanken schon in der Kabine, als er einen Freistoß von Tim Hensel zum 2:1 passieren ließ.

So wurde der Spielstand noch vor der Halbzeitpause gedreht und mit Beginn der zweiten 45 Minuten wollten die Schwarz-Gelben (bzw. an diesem Abend wie die Blau-Weißen) direkt nachlegen. Erneut war es Raabe, der mit einem Drehschuss die Führung auf 3:1 ausbaute. Sein dritter Saisontreffer. Anschließend fühlte sich die Mannschaft wohl etwas zu sicher, die letzte Spannung fehlte und so kassierte man nach etwas mehr als einer Stunde den Anschlusstreffer. Ein Freistoß aus gut 40 Metern fiel am Fünfer Hergen Böttge auf den Kopf, der mühelos das 2:3 markierte und dem SVS damit jegliche Souveränität raubte. Der TSV nutzte die spürbare Verunsicherung direkt aus und traf bereits mit dem nächsten Angriff zum 3:3. Sebastian Schmidt hatte einen gut getimten Pass in die Spitze trocken verwandelt.

Nun galt es, sich zunächst einmal zu schütteln und Ruhe zu bewahren. Dabei erwies sich die Einwechslung von Laurent Grobis als echter Glücksgriff. Zehn Minuten nach dem Ausgleich kombinierte der SVS erneut schnell und schön über die rechte Seite, Bastian Heine musste nur noch querlegen und Joker Grobis veredelte eiskalt. Den Hausherren gingen allmählich die Kräfte aus, was die Männer vom Kanal ihrerseits zu einem Doppelschlag nutzten. Nur drei Minuten nach dem 4:3 wurde nach einem Konter der alte Zwei-Tore-Abstand wiederhergestellt. Tim Hensel mit einem tollen Solo, das in Ruhe und Übersicht zu Ende gespielt wurde. Das 5:3, bereits Hensels vierter Saisontreffer, setzte auch den Schlusspunkt unter diese Partie.

SVS-Coach Dennis Strauß zeigte sich nach Schlusspfiff begeistert von der guten Moral seiner Truppe, die zwar weiterhin Fehler mache, diese aber immer wieder selbst korrigiere. Kein ganz unwichtiger Faktor im Fußball. Es ärgerten ihn lediglich die drei gelben Karten: „In solchen Spielen sind die mehr als unnötig!“

Dennoch kann der Erfolgstrainer positiv auf die kommende Aufgabe beim TSV Exten blicken. Die Personalsituation entspannt sich in Hinblick auf das Auswärtsspiel am Sonntag und die Mannschaft zeigt sich weiterhin spielfreudig und effektiv im Abschluss. Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: Die Serie von ungeschlagenen Spielen in der Kreisliga wurde ganz nebenbei auf 25 ausgebaut.

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann