Mit einem 3:1-Heimerfolg über den TuS Niedernwöhren ist dem SVS ein Start nach Maß in Rückrunde der Kreisliga gelungen. Zugleich gelang die Revanche für die keine zwei Monate zurückliegende Hinspielpleite: Anfang September setzte es ein 0:1 am Beerbusch.

Damit betrieb die Strauß-Elf auch Wiedergutmachung für den unglücklichen Ausklang der Hinrunde vorige Woche gegen den SV Lauenau, wo man völlig unnötig mit 0:1 verloren hatte. Im Victoria-Duell präsentierte sich der SVS eigentlich als spielbestimmende Mannschaft, geriet aber durch Schreckgespenst Hendrik Dargel aus völlig heiterem Himmel in Rückstand. Für den Lauenauer Topscorer war es bereits der sechste Treffer im vierten Aufeinandertreffen mit unseren Schwarz-Gelben. Obwohl sich der Gastgeber davon nicht beirren ließ, reicht es im ersten Spielabschnitt nur noch zu einem Pfostentreffer durch Malte Aumann. Auch nach dem Wechsel ein ähnliches Bild: viel Druck, eine intakte Moral und auch einige nennenswerte Abschlusssituationen - die allesamt vergeben wurden. Da aber auch der Gast keinen weiteren Treffer zustande brachte, blieb die Partie lange offen. In der Nachspielzeit flog der Lauenauer Mahsum Bayrak nach Foulspiel im Sechzehner mit Gelb-Rot vom Platz und es gab Elfmeter für den SVS. Dass der sonst so sichere Schütze Marcel Richter diesen nur an den Pfosten setzte, passte zu diesem gebrauchten Tag. Damit fand diese im Grunde genommen überragende Hinrunde ein unbefriedigendes Ende.

Umso größer war nun also am vergangenen Sonntag die Lust auf Wiedergutmachung. Personifiziert durch den Pechvogel der Vorwoche schien sich die Strauß-Elf gegen Niedernwöhren den Frust von der Seele spielen zu wollen - nach Ballgewinn und blitzschnellem Umschaltspiel guckte sich Richter den Gästekeeper gekonnt aus und vollendete nach fünf Minuten zur frühen Führung. Beinahe wäre den Fans der Jubel aber in der Kehle stecken geblieben: Quasi im Gegenzug bekam der TuS den Ball von der SVS-Defensive auf dem Silbertablett serviert, nach Querpass stand Tim Nimptschke frei vor dem völlig verwahrlosten Tor - und brachte es irgendwie noch fertig, den Ball am Tor vorbei zu schießen. Und das, direkt vor dem Frotzelbalkon. Eher unangenehm für jeden Stürmer.

Der Unterhaltungswert im Spiel blieb jedoch weiter ungemein hoch, was vor allem an den Gastgebern lag. Während man aber einige aussichtsreiche Chancen nicht verwerten konnte, schlug Niedernwöhren eiskalt zu. Nach einem Freistoß von rechts, verwandelte Innenverteidiger Janes Brzezinski artistisch von der Strafraumkante zum überraschenden Ausgleich. Statt in Lethargie zu verfallen, reagierte die Victoria aber genau richtig: mit der erneuten Führung. Nur drei Minuten nach dem 1:1 wackelte Leander Raabe drei Gegenspieler auf einem Bierdeckel aus und hämmerte den Ball entschlossen aus 20 Metern in die kurze Ecke. Torwart Nisret Sardas machte erst gar keine Anstalten, dieses Geschoss abzuwehren. So ging man doch noch mit der verdienten Pausenführung in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff blieb es zwar spannend, das spielerische Niveau litt aber etwas unter dem tiefer werdenden Geläuf und dem Kräfteverschleiß. Die dünne Personaldecke machte sich langsam bemerkbar, erneut musste die Bank mit Akteuren aus der Zweiten aufgefüllt werden. Dass Niedernwöhren an diesem Tag ebenfalls nicht mit Glück gesegnet war, zeigte sich nach rund 70 Minuten. Der Ball war schon an Torhüter Marius Pietzonka vorbei auf dem Weg ins Netz, als Linksverteidiger Laurent Grobis alles riskierte und das Leder mit einer waghalsigen Rettungstat an den Querbalken prügelte, von wo es in Wembley-Manier wieder ins Feld zurücksprang. Die Gäste reklamierten vehement, aber vergebens. Wenig später trafen sie mit einem Freistoß erneut nur die Latte. Das Tor sollte aber auf der anderen Seite fallen: Yannik Thake erlief einen Steilpass in die Spitze, ließ seinen Gegenspieler mit einem gekonnten Haken einfach ins Leere laufen und schlenzte dann sehenswert ins lange Eck. Das 3:1 war die Entscheidung und zugleich Thakes zweiter Treffer in den letzten drei Spielen. Möglicherweise ist bei ihm der Knoten endlich geplatzt, nachdem ihm zuvor ein wenig das Abschlusspech an den Stiefeln zu kleben schien.

 Somit kann das Team mit Selbstvertrauen ins nächste Spiel gegen den punktgleichen SC Auetal gehen. Das Herbstloch scheint weitestgehend überwunden zu sein und rein tabellarisch steht man sogar noch besser da, als zum selben Zeitpunkt in der Vorsaison. Wir dürfen uns also auf die noch anstehenden Begegnungen bis zur Winterpause freuen! (OD)

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann