Bereits beim ersten Auftritt im Kreispokal musste sich der SVS am Abend gleich wieder verabschieden. Nach Elfmeterschießen verlor man mit 6:5. Der Lüdersfelder Sieg war zwar nicht unverdient, wurde aber durch dubiose Entscheidungen des Schiedsrichters erst ermöglicht.

Trainer Menzer musste verletzungsbedingt wieder umstellen und Saschsenhagen begann erneut mit veränderter Startelf eine von Anfang an muntere Partie. Beide Teams begannen forsch und versuchten Druck auf den den jeweiligen ballführenden Spieler aufzubauen. Schon nach 13 Minuten hätte der erste Treffer fallen können. Laurent Grobis tauchte völlig allein vor TuS-Keeper Bade auf, vergab aber. Besser machte es in der 17. Minute Oliver Dreßler: Dieser startete einen Alleingang auf das Tor der Gastgeber und konnte per Nachschuss die schwarz-gelbe Führung erzielen. Selbiger musste verletzungsbedingt bereits nach einer halben Stunde das Spielfeld verlassen, Björn Riesen ersetzte ihn. Die Auswechslung war gerade vollzogen, als Lüdersfeld zu einem unnötig verursachten Freistoß kam. Bujar Ademi verwandelte diesen, Keeper Janes Runge fehlte die Sicht auf den Ball.

JanesKeeper Janes Runge
Im weiteren Verlauf des Spiels kamen beide Teams immer wieder zu Torraumszenen, das 1:1 hatte aber bis zur Halbzeit Bestand.

Auch die zweite Hälfte zeigte sich ähnlich intensiv wie die erste. In der 62. Minute dann der erste Aufreger. TuS Keeper Bade brachte Stürmer Sieg mit einem kompromisslosen Foul zu Fall und nahm eine Verletzung billigend in Kauf. Der Unparteiische ahndete die Aktion zu recht mit Elfmeter, verseumte es aber, eine persönliche Strafe in Form einer Verwarnung oder Verweises auszusprechen. Ahmed Serhan vergab den Elfmeter. In der 78. Minute kassierte Pastian Pawlik die Rote Karte. Nach einer Umachtsamkeit im Mittelfeld ging einer der TuS-Stürmer auf das Tor der Victoria, Pawlik und Adam eilten hinterher und Ersterer konnte den Angreifer, nicht ganz fair stoppen, bevor Adam dann klärte. Schiedsrichter Kogel entschied auf Foul um nach einer inszenierten schöpferischen "Pause" dann einen Platzverweis auszusprechen. Der größte Teil der Zuschauerschaft protestierte, ob der ungleich bestraften Notbremsen, auf das Heftigste. Die Gastgeber selber zeigten Zurückhaltung, war auch ihnen klar, dass mit zweierlei Maß gemessen wurde. Torhüter Bade bestätigte nach dem Spiel, dass auch seine Aktion glatt Rot hätte sein müssen.

Lüdersfeld konnte die Überzahl nicht nutzen, die Menzer-Elf spielte auch mit 10 Spielern munter weiter und kam zu weiteren Chancen. Die Größte hatte allerdings der aus der SVS-Jugend stammende Ademi, der kurz vor Schluss mit einem schönen Abschluss nur knapp das Tor verfehlte.
Das folgende Elfmeterschießen ging dann verloren, Pechvogel war der anschliessend untröstliche Marc Ebbighausen, der als fünfter Schütze lediglich die Latte traf. 

Das Ausscheiden aus dem Pokal ist ärgerlich und die Spieler waren nach der Begegnung mehr als konsterniert. Der ungenutze Elfmeter von Serhan und die Nervenschwäche im "Glücksspiel" Elfmeterschiessen sind dem Team sicher anzukreiden, allerdings hatte man es auch mit einem Gegner auf Augenhöhe zu tun. Mit dieser Besetzung wäre der TuS in der vergangenen Saison sicher nicht abgestiegen. Die unterschiedliche Bewertung zweier vergleichbarer Situationen durch den Schiedsrichter, die klar zum weiteren Spielverlauf beigetregan haben, muss in aller Deutlichkeit angesprochen und aufgearbeitet werden. Schiedsrichter-Obmann Wilhelm Kläfter weilte der Partie bei und wird sicher dabei unterstützen.

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann