Einen weiteren Auswärtspunkt konnte der SVS beim Gastspiel beim TSV Bückeberge mitnehmen. Auch wenn dieser erst in der Schlussminute zu Stande kam, war er durchaus verdient. Es war aber leider auch mehr möglich. Torsten Menzer musste auf Björn Riesen verzichten, der beruflich verhindert fehlte. Oliver Dreßler war angeschlagen und konnte nicht beginnen. Kapitän Marcel Richter stand erstmals im Kader nach seiner Verletzung und verstärkte die Sachsenhäger Bank.

Hatte die lokale Presse noch das einfallslose Spiel mit langen Bällen gegen Algesdorf moniert, startete der SVS davon sichtlich animiert mit gefälligem Kombinationsspiel. Bereits in Minute 9 kam Richard Klinner zu einer guten Kopfballchance. Die Hereingabe wurde von mehreren Doppelpässen eingeleitet. In der 15. Minute scheiterte Marvin Hoheisel knapp mit einem Freistoss aus 22 Metern, der SVS hatte die Partie im Griff. Der TSV Bückeberge agierte verhalten, die Mannschaft von Mirko Undeutsch hatte offensichtlich Respekt vor der Victoria.

RichardAktivposten Richard Klinner 
Sachsenhagen konnte trotzdem nichts Zählbares verbuchen und ließ nach einer halben Stunde die Zügel sprichwörtlich schleifen. Die Partie erinnerte ab diesem Zeitpunkt an das Auswärtsspiel in Hevesen und wäre dies nicht schlimm genug, verhalf man dem TSV in der 38. Minute auch noch zur Führung, indem man das Verteidigen einstellte, als der gefoulte Marc Ebbighausen am Mittelkreis lag. Die Unterbrechung des Schiedsrichters erwartend ließ man den TSV nahezu unbehelligt einschießen. Julian Kutzinski hatte kurz vor der Halbzeit noch die Möglichkeit, den Fehler zu egalisieren. Sein Schuss ging knapp am Tor vorbei.

Nach der Pause nahm der SVS das Heft wieder in die Hand und kontrollierte die Partie. Bückeberge verteidigte allerdings gut und konnte die Kanal-Kicker vom eigenen 16-Meterraum fernhalten. In der 60. Minute dann ein erneurter "Blackout" der SVS-Defensive, die Carsten Müller per Heber zur 2:0 Führung nutzen konnte. Zwei Minuten später brachte Trainer Menzer Malte Aumann und Oliver Dreßler in die Partie. Dreßler erzielte dann in der 70. Minute per feinem Heber den 2:1 Anschlusstreffer. Nur wenig später hätte Ahmed Serhan ausgleichen können - die Direktabnahme ging aber knapp am Winkel vorbei. Die Menzer-Schützlinge zogen nun ein sprichwörtliches "Powerplay" auf und in eben dieser Drangphase kassierte Schwarz-Gelb das 3:1. Eine Ecke landete nach wuchtigem Kopfball vom eingewechselten Torben Strauss im Netz. 

Der SVS lief nun wütend gegen die drohende Niederlage an und schnürte den TSV vollendens in seiner Hälfte ein. Kevin Sieg markierte per Traumtor aus 28 Metern den 3:2 Anschlusstreffer in der 80. Minute. Wenig später konnte sich der Gastgeber vom Bückeberg glücklich schätzen, dasse in klares Foulspiel an Oliver Dreßler nicht geahndet wurde, dieser war schon auf dem Weg zum Ausgleich, als er zu Fall gebracht wurde. Erst in der Nachspielzeit kam die Menzer-Elf zum Auswärtspunkt. Ein Freistoss von Malte Aumann stocherte Dreßler ins Tor und brachte den verdienten Punkt.

JubelGeisler, Dreßler und Serhan bejubeln den 3:3 Ausgleich (vl)
Der SV Sachsenhagen kann einen weiteren Punkt in der Fremde verbuchen. Es wäre mehr möglich gewesen, hätte man seine spielerische Überlegenheit früher in Tore umgemünzt. Die Mannschaft tut sich derzeit sichtlich schwer gegen spielschwache Teams.  Auch wenn die Partie streckenweise an das Spiel in Hevesen erinnerte, so muss man einen Fortschritt feststellen: Die Mannschaft stemmt sich vehement gegen einen drohenden Mißerfolg und kämpft, wenn es sein muss, leidenschaftlich. Diese Einstellung gilt es, mit dem zweifelsohne vorhandenen Potential, zu nutzen.

Am Dienstag tritt der SVS erstmals im Pokal an; um 19.30 Uhr spielen die Schwarz-Gelben beim TuS Lüdersfeld das Derby um den Einzug in das Achtelfinale. (CS)

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Bernd Bosselmann