Zu einem fulminanten Auswärtssieg beim SC Deckbergen-Schaumburg kam der SVS am Dienstag Abend. Auf einem teppichartigen aber zugegeben recht kleinen Platz erzielte der SVS sechs Tore. Die Defensive blieb auch im zweiten Spiel unbezwungen und mit sechs Punkten und 7:0 Toren hat man die sprichwörtlichen "Startlöcher" mit Schwung verlassen. Im zweiten von drei Auswärtsspielen in Folge musste Trainer Menzer verletzungsbedingt erneut auf Kapitän Richter und Spielmacher Serhan verzichten. André Mensching ist ebenfalls verletzt und wird wohl bis zu seiner viermonatigen arbeitsbedingten Abwesenheit nicht wieder fit werden. Auch Moritz Grabowski und Christian Buhr standen nicht zur Verfügung. Marvin Hoheisel stieß wiedergenesen zurück zum Team.

Durch den perfekten Rasen, kurz vor Spielbeginn mit einem satten Schauer bedacht, startete die Partie von Anfang an mit viel Tempo. Beiden Mannschaften fiel es schwer schnell und direkt gespielte Bälle zu kontrollieren und weiterzuspielen. Sachsenhagen versuchte als Erster dem Strafraum der Deckberger spielerisch näher zu kommen. Torchancen ergaben sich aber nicht. Die Gastgeber scheiterten ihrerseits bereits kurz hinter der Mittellinie in der wachen schwarz-gelben Verteidigung. In der 16. Minute sorgte Oliver Dreßler dann fast für ein Traumtor: Eine Direktabnahme aus 12 Metern hämmerte er knapp am Winkel des langen Pfostens vorbei. Nur zwei Minuten später markierte Stoßstümer Kevin Sieg dann aber doch die Führung. Eine schöne Kombination auf der linken Seite, vorgetragen von Dreßler und Klinner bringt Letzterer vor das Tor und Sieg verwandelt kühl zum 0:1. Das Tor brachte Selbstvertrauen und die Kanal-Kicker erhöhten von Minute zu Minute den Druck. 

Kevin Oliver
Mittelfeldregiseuer Dreßler (re.) und Sturmspitze Sieg
Weitere Möglichkeiten ergaben sich in der Folge für Sieg und Dreßler, leider fehlte die letzte Präzision um die Führung auszubauen. Deckbergen kam lediglich zu einer Tormöglichkeit. Patrick Drews blieb in der zufällig entstanden Eins-gegen-Eins Situation mit einer sehenswerten Parade der Sieger und stellte die Führung sicher.  In der 40. Minute wurde ein erneuter Treffer von Sieg die Anerkennung verweigert. Beim Abspiel von Dreßler soll dieser im Abseits gestanden haben. Die Teams gingen in die Halbzeitpause.

Die Menzer-Elf kam hellwach aus der Kabine. Bereits in der 47. Minute fiel das 0:2 durch Aktivposten Oliver Dreßler, der eingeleitet von einen tollen Pass durch Björn Riesen im Anschluss von Kevin Sieg bedient wurde. Der SC versuchte mit Einsatz dagegenzuhalten, die SVS-Defensive ließ aber auch in der zweiten Halbzeit lediglich in der 65. Minute eine Chance zu, die aber nicht zum Torerfolg führte.

Den Aufreger des Spiels, ein Elfmeterpfiff für die Gastgeber nach einem vermeintlichen Foulspiel von Malte Aumann im Strafraum, löste Schiedsrichter Yves Schädel nach einem kurzen Gespräch mit seinem Assistenten. Der besser postierte Unparteiische an der Linie hatte, ebenfalls wie die Spieler beider Mannschaften klar erkannt, dass der Gefoulte sich selbst ins Straucheln gebracht hatte. Lediglich die weit entfernte Anhängerschaft des SC lamentierte noch nach der Rücknahme des Strafstoßes.
 
Richard
Antreiber und Vorlagengeber auf der linken Seite: Richard Barros Costa Klinner
Zehn Minuten nach dieser Aktion entschied der SVS dann die Partie für sich. Ein blitzschnell von Bastian Pawlik vorgetragener Konter über die rechte Seite konnte Kevin Sieg zuerst nicht verwerten, der zuvor über zweidrittel des Platzes mit Ball gesprintete Pawlik konnte den Lohn dann selber zum 0:3 einfahren. Die Gegenwehr des SC war gebrochen, Julian Kutzinski erhöhte per Freistoss zum 0:4 und dem überragenden Dreßler waren die Treffer fünf, nach starkem Flankenlauf von Laurent Grobis, und sechs vorbehalten.

Direkt nach der Partie brachte der gesamte Kader seinem langjährigen Betreuer Heiko Bielfeld ein lautstarkes Geburtstags-Ständchen. Fern der Heimat und trotz fortgeschrittener Stunde veranstaltete das Team noch ein Stelldichein auf einer Tankstellenanlage in Gelldorf.

Die Mannschaft von Torsten Menzer hat sichtlich Selbstvertrauen aus dem Auftaktspiel in Lauenhagen mitgenommen und zeigt, dass sie Schwächen richtig bewerten und korrigieren kann. Die Defensive lässt dem Gegner wenige Möglichkeiten und die Abstimmung im Angriff verbessert sich von Spiel zu Spiel. Mit dieser Einstellung kann die Victoria selbstbewußt zum dritten Auswärtsspiel in Folge reisen. Gegner ist am kommenden Sonntag der FC Hevesen. Anstoss ist um 15.00 Uhr auf der Achumer Wiese.

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann