Für den SV Victoria Sachsenhagen geht es einzig um den Klassenerhalt / Hensel setzt nicht zuletzt auf Kondition
In der vergangenen Spielzeit feierte der SV Victoria Sachsenhagen einen großen Triumph: Das Team von Jürgen Hensel sicherte sich die Kreisligameisterschaft, und das vor den hoch gehandelten Kickern vom SV Nienstädt 09. Eigentlich gibt es also keinen Grund für den engagierten Coach der Sachsenhäger, den Kopf vor der ersten Bezirksliga-Saison ehrfurchtsvoll und ängstlich in den Sand zu stecken.

Hensel zeigte sich natürlich etwas abwartend. "Ich bin nicht der Typ, der sich nun erst mal groß hinstellt und dicke Backen macht. In meinem Team gibt es nicht viele Spieler, die Erfahrung im Bezirk gesammelt haben. und da ist natürlich klar, dass wir erst einmal sehen müssen, wie da der Ball läuft." Es werde mit Sicherheit schneller gespielt, auch würden Fehler umgehend bestraft. "Es kommt nun darauf an, wie schnell wir uns auf diese neue Spielweise einstellen können. Unsere Zielsetzung ist selbstverständlich erst einmal der Klassenerhalt. Je früher und stressfreier wir unser Ziel erreichen, desto besser."
Der SVS-Trainer hat in diesem Jahr etwas andere Trainingsschwerpunkte gesetzt. Bekanntlich war im vergangenen Jahr der Unterschied zwischen den ersten fünf Mannschaften in der Kreisliga und den letzten fünf Teams in der Bezirksliga selten richtig gravierend, oft entschied am Ende die Kondition über Erfolg oder Misserfolg. Auch hier hat Hensel den Hebel angesetzt. "Ich denke, es sind manchmal die letzten paar Körner, die den Ausschlag geben. Wir haben auch im konditionellen Bereich in diesem Jahr andere Prioritäten gesetzt"
In der Vorbereitung haben die Sachsenhäger etliche Testspiele absolviert und dabei meist sehr gut abgeschnitten. Zuletzt holten sie nach dem "IG-Metall-Cup" auch den "Kanal-Cup 2009". Aber der Victoria-Coach warnt: "Das ist eine Traditionsveranstaltung, die in erster Linie zur Kontaktpflege mit unseren Nachbarn gedacht ist. Da sollten wir die sportliche Messlatte nicht zu hoch legen."
Personell konnten die Sachsenhäger den Meisterkader fast komplett halten. Lediglich Hauke Fröhlich meldete sich ab, er studiert in Bremen und kann damit nicht mehr am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmen. Markus Hahn will nach dem Aufstieg in den Altherren-Bereich wechseln, dabei etwas kürzertreten. Ibrahim Aslan verließ den Klub nach seinem Gastspiel und wechselte zum TuS Lüdersfeld. Gar nicht so recht ist Hensel das Auftaktprogramm: "Der abwehrstarke SC Rinteln zu Hause und dann zum bärenstarken Team der SSG Halvestorf/Herkendorf, das könnte ein Doppel-Nuller werden."
Wo am Ende die Meisterfeier zelebriert wird, ist für Hensel noch gar nicht so klar. Er bereitete sich ganz akribisch auf die neue Saison vor, studiere die Veränderungen in den Teams der Staffelkollegen. "Da hat sich doch viel verändert. Natürlich denke ich wie viele meiner Kollegen, dass die Halvestorfer die entschiedene Rolle spielen werden. Der FC Springe ist auch nicht ohne, und den TSV Barsinghausen traue ich auch zu, an der Spitze mitzumischen. Und auch wenn das vielleicht eine Riesenüberraschung ist: Union Stadthagen hat eine ganz starke Mannschaft - denen traue ich einiges zu."

Die Neuen im Fokus

Helge Blunk: Der ehemalige Hagenburger bringt Bezirksliga-Erfahrung und Erfahrung im Abstiegskampf mit. Der groß gewachsene, zweikampfstarke Abwehrexperte soll die ordnende Hand in der SVS-Abwehr werden.
Sören Blunk: Der Keeper spielte in der Zweiten des 1.FC Wunstorf im Tor, später in der dritten Mannschaft. Da Holger Beckedorf bis zum Januar im Rahmen seiner Ausbildung in Süddeutschland bleibt und Partick Drews als die Nummer eins im Victoria Tor manchmal aus beruflichen Gründen ausfällt, sorgt Sören Blunk für die nötige Sicherheit auf der Bank.
Stefan Kienapfel: Er kehrt nach einem Bezirksliga-Gastspiel beim VfL Münchehagen unter Dittmar Schönbeck zu seinem alten Verein zurück. Er kommt stark über die linke Seite, hinterließ bislang einen sehr guten Eindruck und zählt zum engeren Kreis der ersten Elf.
Sebastian Sommer und Philipp Winkler: Beide kommen vom Kreisligisten MTV Rehren A.R. und gelten als technisch versierte Angriffsspieler. Nachwuchskicker Sommer spielte ein halbes Jahr in Rehren, fällt unter die Rubrik talentierte Aufbauspieler. Winkler ist schnell, ein guter Techniker, sammelte auch schon beim TSV Algesdorf Bezirksliga-Erfahrung. Sein Einsatzbereich ist das offensive Mittelfeld oder der Angriff.
Der Kader
Trainer: Jürgen Hensel
Kotrainer: Stephan Alms
Torhüter: Partrick Drews, Sören Blunk, Holger Beckedorf
Abwehr: Marcel Fritsche, Helge Blunk, Bastian Pawlik, Carsten Dittmar, Jan Förster, Björn Riesen
Mittelfeld: Tim Hensel, Marcel Richter, Bujar Ademi, Florian Blaser, Milad Jalal, Dominik Bliese, Malte Socher
Angriff: Ingo Poschlod, Dennis Poschlod, Philipp Winkler, Stefan Kienapfel, Sebastian Sommer
Zugänge: Helge Blunk (TSV Hagenburg), Sebastian Sommer, Philipp Winkler (beide MTV Rehren A.R.), Stefan Kienapfel (VfL Münchehagen), Sören Blunk (1.FC Wunstorf)
Abgänge: Hauke Fröhlich (TuS Schwachhauen), Ibrahim Aslan (TuS Lüdersfeld), Mathias Mandler, Markus Hahn (beide eigene Reserve)
Favoriten: SSG Halvestorf/Herkendorf, TSV Barsinghausen, SV Nienstädt, SV Gehrden, SV Union Stadthagen
Ziel der Saison: Klassenerhalt ohne Relegation


Quelle: Hattrick: Ein Magazin der Schaumburger Nachrichten zum Start der Fussballsaison 2009/2010, 7. August 2009, S. 10

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