Beim SV Victoria Sachsenhagen ist man mit der abgelaufenen Saison nicht zufrieden. Die 40-Punkte-Marke wurde nicht geknackt, bisweilen schwebten die Kicker vom Kanal sogar in Abstiegsgefahr.

Nach einem guten Saisonstart ging es kontinuierlich bergab. Für den ehemaligen Bezirksligisten war das unter dem Strich zu wenig.

„Natürlich waren wir nicht zufrieden. Wenn man so lange zittern und um den Klassenerhalt bangen muss. Vor allem dann nicht, wenn du der Meinung bist, dass deine Mannschaft eigentlich besser ist, als um den Klassenerhalt zu spielen“, sagt SVS-Trainer Torsten Menzer: „Dass wir um die Spitze mitspielen, ist nicht realistisch. Aber dass wir gegen den Abstieg spielen, geht nicht. In der letzten Saison nicht und in der neuen Saison erst recht nicht.“ Woran lag es also? Über die Trainingsbeteiligung wolle er sich nicht beschweren, so der Coach, der aber mit Konzentration und Einstellung seines Teams hadert. „Man geht guter Dinge in ein Spiel, und dann passieren immer wieder Fehler, die mit Konzentration zu tun haben. Viele Gegentore resultieren aus eklatanten Fehlern, die man nicht erklären kann. Das ist das große Manko“, weiß Menzer.

 Der SVS hat nach dem Bezirksliga-Abstieg vor zwei Jahren einen Umbruch durchgemacht. Zwölf neue, vor allem junge Spieler wurden seitdem eingebaut, bei denen es aber auch immer wieder Ausfälle gab. „Das war ein sehr großer Schnitt und auch eine Erklärung. Man baut ständig neue Spieler ein“, erklärt Menzer, der aber auf die neue Saison hofft: „Wir bekommen keinen ganz jungen Spieler dazu, sodass alle Spieler bereits Kreisliga-Erfahrung haben. Da erwarten wir schon, dass es jetzt mal ein bisschen nach vorne geht.“

 Im Winter kehrten bereits Tim Hensel und Sebastian Sommer vom inzwischen abgestiegenen Bezirksligisten VfL Münchehagen zurück. Nun hat auch Nico Gutzeit den Weg zurückgefunden. Der Angreifer spielte zuletzt beim SV Nienstädt 09, konnte aus beruflichen Gründen kaum trainieren und hat nun den Sportplatz quasi vor der Haustür. Gutzeit wird das Niveau im Sachsenhäger Kader merklich anheben, auch wenn er es allein sicher nicht wuppen kann. Gutzeit sei top dabei, so der Trainer, der den Angreifer in der Zentrale einsetzen will: „Er wird auf jeden Fall nicht hinten spielen.“ Aber der SVS hatte im Winter einen weiteren Neuzugang zu verzeichnen, der jetzt stechen soll: Dennis Tretzack kam über die Bundeswehr zu den Gelb-Schwarzen und soll als Kämpfer im Mittelfeld abräumen. „Er ist erfahren, hat im Bezirk gespielt und wird hoffentlich mitziehen“, sagt Menzer.

 Ein weiteres Manko der Sachsenhäger war im Angriff zu finden. Der beste Torschütze kam auf acht Treffer. Das sei viel zu schlecht, so Menzer: „Wir müssen daran arbeiten, dass wir einen oder zwei Torjäger vorne drin haben.“ Ahmed Serhan hat die vergangene Serie stark begonnen und die Hinrunde mit sieben Treffern abgeschlossen. Danach kam, auch aus privaten Gründen, nichts mehr. „Theoretisch hatte ich einige Spieler, die Tore im zweistelligen Bereich erzielen können. Aber mit Tim und Nico haben wir jetzt zwei Kicker, die das auch praktisch hinbekommen“, sagt Menzer. Auch Marcel Richter gehöre in diese Kategorie, so der Trainer.

 Offensiv ist der SVS gut aufgestellt. „Wenn es optimal läuft und wir von Verletzungen verschont bleiben, können wir um die Plätze sieben bis vier mitspielen. Für ganz vorne wird es nicht reichen“, räumt Menzer ein. „Es kann auch sein, dass wir wieder gegen Abstieg spielen. Wir haben jetzt zweimal gegen den Abstieg gespielt, da werde ich nicht sagen, dass wir jetzt um den Aufstieg spielen“, meint Menzer, der in Sachsenhagen schon einiges erlebt hat: „Dafür kenne ich meine Jungs inzwischen zu gut.“ Vor allem die 40-Punkte-Marke lässt den Trainer nicht los: „Wir sind jetzt zwei Jahre darunter geblieben. Das ist eine Sache, die wir nun erheblich überbieten müssen – wir nehmen alles mit.“

Der Kader:

Trainer: Torsten Menzer

Torhüter: Marius Pietzonka, Patrick Drews, Dustin Gerland

Abwehr: Niklas Adam, Marvin Hoheisel, Björn Riesen, Malte Aumann, Tim Geisler, Bastian Pawlik, Julian Kutzinski

Mittelfeld: Dennis Tretzack, Sebastian Sommer, Laurent Grobis, Nico Gutzeit, Tim Hensel, Ahmed Serhan, Christian Buhr

Angriff: Marcel Richter, Kevin Sieg, Richard Barros Costa Klinner

Zugänge: Marius Pietzonka (VfL Münchehagen), Nico Gutzeit (SV Nienstädt 09)

Abgänge: Oliver Dressler (Pause wegen Studium), Marc Ebbighausen (Pause wegen Studium), Moritz Grabowski (SVD Auhagen), Janes Runge (FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen)

Favoriten: TuS SW Enzen, SV Obernkirchen

Ziel der Saison: einmal eine Saison lang das Bestmögliche herausholen

Prognose: Die Offensive ist das neue Prunkstück beim SVS. Wenn die Mannschaft es schafft, das Potenzial abzurufen und konstante Leistungen zu bringen, ist ein Platz im oberen Mittelfeld locker drin. Für einen der ersten beiden Plätze reichen die wackelige Defensive und die Konstanz nicht.

Neuzugänge unter der Lupe:

Dennis Tretzack: Der 29-Jährige war bereits im Winter da und soll im defensiven Mittelfeld der lange vermisste Antreiber werden.

Marius Pietzonka: Spielte nach seiner Zeit beim TuS Lüdersfeld ein Jahr beim Bezirksligisten VfL Münchehagen. Hat den Anspruch, Stammkeeper zu werden.

Nico Gutzeit: Das große Talent gilt als Hoffnungsträger, ist im Eins-gegen-Eins nicht zu halten. Wird es aber nicht alleine richten können.

Quelle: Kläfker, Uwe: „Teamcheck: SV Victoria Sachsenhagen“, unter: http://www.sportbuzzer.de/artikel/teamcheck-sv-victoria-sachsenhagen-1/ (abgerufen am 05.05.2018)

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Bernd Bosselmann