Der SV Victoria Sachsenhagen hat die Erwartungen mal wieder nicht erfüllt. Unter dem Strich steht zur Halbzeit der Saison eine negative Bilanz. Sechs Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber. Das war zu Saisonbeginn so nicht geplant. Das Team von Trainer Torsten Menzer hatte sogar vorsichtig auf höhere Gefilde der Tabelle geschielt und stand bei dem einen oder anderen Experten als Geheimtipp auf dem Zettel. „Wir sind alles andere als zufrieden“, sagt der Coach, im vierten Jahr beim SVS tätig. Der Kader wurde aufgehübscht, vor allem dem Mittelfeldstrategen Benjamin Doering trauten die Verantwortlichen eine Führungsrolle zu und erzielte vier Treffer. „Er ist eine enorme Verstärkung für uns und man merkt, wenn er auf dem Platz steht“, lobt Menzer, der sich vor der Saison nach einem Torjäger sehnte - der war in der Hinrunde erneut weit und breit nicht zu sehen. Ingo Poschlod erzielte immerhin fünf Tore, ist aktuell bester Torjäger bei den Sachsenhägern. Aber der Routinier wird fortan nicht mehr dabei sein, seilte sich in der Winterpause zum SVD Auhagen ab. „Das ist sehr schade, denn Ingo hat gezeigt, dass er es noch kann“, sagt Menzer. Einer der Hoffnungsträger, Nico Gutzeit, ging in der Hinrunde oft auf Tauchstation. Latent verletzt, nicht in Form oder einfach, auch aus beruflichen Gründen, zu wenig Training - die Gründe für den Niedergang des großen Talents sind vielfältig. „Nico hat während der Saison aber nur fünfmal gefehlt“, nimmt Menzer seinen Angreifer in Schutz.

Eigentlich sollte mehr Konstanz in die Leistungen der Sachsenhäger. Aber Pustekuchen: Am siebten Spieltag Anfang September gewann der SVS das Derby bei der Reserve des TSV Hagenburg mit 4:1 und kletterte auf den fünften Tabellenplatz. Man schien am Kanal auf dem richtigen Weg. „Am Anfang sah es sehr gut aus. Ich habe gedacht: Es geht doch. Aber dann kam der Herbst, und es war wie immer“, räumt Menzer ein. Statt Stabilisierung folgte unerwartet eine schwarze Serie die es in sich hatte. Aus acht Partien holten die Gelb-Schwarzen nur beim 0:0 gegen den TuS Lüdersfeld einen Punkt. Sieben Spiele gingen verloren.

Der negative Lauf wurde durch einen überraschenden 1:0 gegen das Spitzenteam des TSV Algesdorf und den ehemaligen Trainer Jürgen Hensel beendet. Es folgte noch ein 4:1-Sieg gegen das Schlusslicht FC Hevesen. Das war am 8. November, die Tendenz ging wieder nach oben - aber dann begann die verfrühte wetterbedingte Winterpause. „Ich war aber froh, dass die Spiele ausgefallen sind. Wir hatten zu der Zeit wieder viele Probleme mit verletzten Spielern“, weiß der Trainer. Ein Umstand, der sich wie ein Roter Faden durch die Hinrunde zog. „Ständig fällt jemand aus“, ärgert sich der Coach.

Wie das Menzer-Team aus den Startlöchern kommen wird, ist die spannende Frage. Zum Auftakt kommt die Wundertüte TSV Eintracht Exten, dann folgen Spiele gegen die FSG Pollhagen-Nordsehl/​Lauenhagen und gegen die aufstrebenden Kellerkinder TSV Hagenburg II und TuS Germania Apelern. Wenn es schlecht läuft, muss der SVS danach in den Abgrund schauen, denn zurück in die Komfortzone der Tabelle kommen die Sachsenhäger nur mit Siegen.

Aber es gibt Licht im Tunnel, die verletzten Spieler wie Keeper Marius Pietzonka oder Tim Hensel stehen mehr oder weniger in den Startlöchern. Mit Dennis Strauss, dem ehemaligen Spielertrainer des TSV Eintracht Bückeberge, bekommt Menzer einen weiteren Torhüter, der auch in der Trainingsarbeit unterstützt. Und dann ist da noch Christopher Alder, der aus der Jugend der Victoria stammt, aber lange Jahre bei Arminia Bielefeld gespielt hat und im Winter vom 1. FC Wunstorf gekommen ist. „Er will uns zumindest ein halbes unterstützen“, freut sich Menzer: „Aber ein Knipser ist er als Verteidiger auch nicht.“

NEUZUGÄNGE UNTER DER LUPE:

Leon Reuter: hat sich zur festen Größe in der Abwehr gemausert, bringt meist gute Leistungen und ist trainingseifrig.

Jonas Lange: spielte als Keeper eine starke Serie. Der Youngster hat die Ruhe weg, zählt aber nicht zu den trainingseifrigsten Spielern.

Lukas Fischbeck: ist klein, schmal, wendig und spielt einen guten Ball. Er hatte zahlreiche Einsätze.

Bastian Heine: gehört unumstritten zu den Stammspielern, hat sich als lauf- und kampfstark erwiesen.

Lars Gebühr: passt als Typ in die Mannschaft und hat in der Hinrunde starke Leistungen gezeigt.

Benjamin Doering: ist Stammkraft und soll in der Rückrunde durch verbesserte Fitness noch eine Schippe drauflegen.

Lorenz Mäffert: ist super integriert und soll über die zweite Mannschaft in der Rückrunde zu mehr Einsatzzeiten kommen.

STATISTIKEN:

Hinrunde: 16 Spiele, 21 Punkte, 29:32 Tore.

Bilanz: Die Hinrunde ist enttäuschend und negativ ausgefallen.

Höchster Sieg: 5:2 gegen TuS Germania Apelern.

Höchste Niederlage: 0:3 gegen SC Schwalbe Möllenbeck.

Top-Torschützen: Ingo Poschlod 5 Tore, Benjamin Doering 4, Nico Gutzeit 4.

Befund: Der SVS hat keine Konstanz in seinen Leistungen und fristet trotz starkem Kader ein Dasein als graue Maus. Aber die Aussichten für die Rückrunden versprechen Besserung. Prognose: Der SV Sachsenhagen wird sich unter den ersten sieben Teams der Tabelle einreihen.

Quellen: Kläfker, Uwe: „Teamcheck: SV Victoria Sachsenhagen“, unter: http://www.sportbuzzer.de/artikel/teamcheck-sv-sachsenhagen/(abgerufen am 29.05.2018)

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Bernd Bosselmann