Freud und Leid, im Fußball liegen sie manchmal sehr nah zusammen. Nur fünf Tage nachdem unsere Erste beim TuS Niedernwöhren, nach 26 ungeschlagenen Ligaspielen, die erste Saisonniederlage einstecken musste, fügte die Strauß-Elf im Derby dem bisher verlustpunktfreiem TSV Hagenburg ebenfalls die erste Saisonpleite zu. Damit steht der SVS nun auf Rang drei, nur noch vier Punkte hinter den Seeprovinzlern.

Im Spitzenspiel des 9. Spieltags stand vor allem zunächst vorsichtiges Beschnuppern beider Teams auf dem Programm. Der TSV schien die beiden Pleiten der Vorsaison noch im Gedächtnis zu haben, als der SVS jeweils mit einem Tor Vorsprung gewann. Daher waren beide Teams darauf bedacht, zunächst einmal hinten gut zu stehen und den Ball in den eigenen Reihen zu sichern. Erst nach gut einer halben Stunde wurden die schwarz-gelben Hausherren etwas munterer in der Offensive, die Versuche blieben aber doch relativ zaghaft. Eine große Kontermöglichkeit gab es, doch diese wurde von der TSV-Defensive entschärft.

Dieses leichte Übergewicht trug die Heimmannschaft auch in Abschnitt zwei, hauptsächlich kam man aber über Fernschüsse und Standards zu gefährlichen Aktionen. Stattdessen hätte es beinahe hinten geklingelt. Nach einer Hagenburger Ecke war Keeper Marius Pietzonka bereits geschlagen, Laurent Grobis konnte gerade so für seinen Schlussmann auf der Linie retten. Nach gut einer Stunde sah der Hagenburger Nils Meyn wegen wiederholten Foulspiels samt anschließenden Ballwegschießens die Ampelkarte. In Überzahl findet der SVS mehr Platz für Kombinationen und wittert den möglichen Dreier. Das spielentscheidende 1:0 gelang schließlich Christopher Alder in der 72. Minute, der einen Schnittstellenpass von Marcel Richter vor dem Hagenburger Torhüter erreichen konnte.

Der wackelnde Tabellenführer wurde durch diesen Gegentreffer noch einmal munter und versuchte verzweifelt zum Ausgleich zu kommen. Beinahe wäre ihm das bei einem Freistoß kurz vor dem Abpfiff gelungen, doch während der mitgereiste Hagenburger Anhang bereits den Torschrei auf den Lippen hatte, kratze Pietzonka den Ball noch irgendwie aus dem Winkel. Es blieb bis zur 93. Minute spannend, weil die Hausherren ihrerseits die Entscheidung bei Kontergelegenheiten verpassten. Am Ende des Tages war dies aber nicht weiter tragisch, das knappe 1:0 hatte bestand und die Mannschaft belohnte sich für ihren erneut couragierten Auftritt. „Die Einstellung war auch schon in Niedernwöhren lobenswert. Auch heute haben wir wieder viele Zweikämpfe gewonnen und dann sicherlich etwas glücklich gewonnen. In einem Spitzenspiel geht es immer eng zur Sache und ein Unentschieden wäre der Leistung beider gerecht gewesen. Ich bin froh, dass es am Ende zum Heimsieg gereicht hat“, bilanzierte Coach Strauß nach dem Abpfiff. (OD)

Wir vermissen Dich

Bernd Bosselmann