Die erste Saison nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hat der SV Sachsenhagen unspektakulär über die Bühne gebracht. Nach oben ging nur wenig, nach unten war das von Torsten Menzer trainierte Team recht früh abgesichert.

Von Uwe Kläfker

Fußball. Die Fieberkurve reichte von einem dritten Platz bis zu Rang 14, am Ende wurde es der elfte Tabellenplatz. Vor allem die Rückrunde verlief nicht besonders erfolgreich, weshalb bei Menzer die Alarmglocken klingeln. Durch eine negative Serie von neun Spielen ohne Sieg am Stück weiß man beim SVS nicht so recht, wo man steht. „Ich war nicht zufrieden, der Abschluss der letzten Serie war großer Mist. Für uns ist deshalb ein guter Saisonstart von großer Bedeutung. Sonst gehen vielleicht die Köpfe wieder runter, wir wollen diese Bürde nicht mitnehmen“, sagt Menzer. Ziel sei es, in den Trainingseinheiten der Vorbereitung Gas zu geben und ins Rollen zu kommen.

 Das wird nicht einfach, die Sachsenhäger befinden sich weiter im Umbruch. Torjäger Tim Hensel ist nach Münchehagen abgewandert, Mittelfeldspieler Helge Blunk ist in Kolenfeld und Florian Blaser will seine Karriere mit Kumpel Ingo Poschlod beim SVD Auhagen in der 3. Kreisklasse ausklingen lassen. „Dennoch möchten wir besser sein, als in der letzten Saison. Wir verschwenden keine Gedanken an den Abstieg, ich sehe einige Mannschaften, die grundsätzlich schlechter besetzt sind als wir“, sagt Menzer und beruhigt sich quasi selbst. Der Spielplan meint es einigermaßen gut mit den Sachsenhägern. Bereits am 8. August startet das Menzer-Team bei der FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen. Es folgen zwei weitere Auswärtsaufgaben beim SC Deckbergen-Schaumburg und beim FC Hevesen. Nicht einfach, aber machbar.

Den Verlust von Tim Hensel soll der vom TuS Jahn Lindhorst gekommene Achmed Serhan auffangen. „Er kennt viele Spiele noch von früher, ist bereits gut integriert“, sagt Menzer, der den erfahrenen Serhan als zentralen Spieler sieht, der seine jungen Mitspieler führt und einsetzt. Mit Niklas Adam und Marcel Richter sieht Menzer weitere Spieler, auf die kaum zu verzichten ist. Bastian Pawlik war zu besten Zeiten auch eine der Stützen. „Er war lange nicht fit, kommt aber immer besser in Schwung“, hofft Menzer auf eine gute Saison des Routiniers. Taktisch wollen die Sachsenhäger in der Abwehr auf die Viererkette setzten. Das war in der letzten Saison auch so, mitunter wurde, je nach Situation, wieder auf die Sicherheit mit einem Libero hinter der Abwehr gesetzt. Hinter der Abwehrkette sieht es derzeit besonders gut aus. Der lange verletzte Torhüter Patrick Drews ist wieder ins Training eingestiegen. Mit Dustin Gerland und Talent Janes Runge hat Menzer zwei weitere Keeper zur Verfügung. Mit Thomas Fisch steht Menzer jetzt auch ein erfahrener Torwarttrainer zur Verfügung. „Das Rennen um den Platz im Tor ist offen, wir werden das gemeinsam entscheiden“, sagt der Coach.

Im Angriff löste Christian-Simon Buhr den inzwischen abgewanderten Tim Hensel als besten Torjäger ab. Auch Kevin Sieg und Oliver Dressler stehen wieder zur Verfügung. Notfalls könne auch Serhan in der Spitze spielen. „Vorne wollen wir mit zwei Stürmern agieren – aber ich bin da eigentlich flexibel“, sagt Menzer.

Beim SV Sachsenhagen blickt man optimistisch in die Zukunft. Neben Veränderungen im Kader hat sich auch im „Drumherum“ etwas getan. Torwarttrainer Thomas Fisch wurde bereits erwähnt, Marcel Fritsche hat die 2. Mannschaft als Trainer übernommen und „ist mit viel Ehrgeiz und Eifer dabei“. Mit Christian Sassenberg hat die Sparte einen umtriebigen Koordinator gewonnen. „Aber auch der Kader ist größer geworden. Der Umbruch schreitet voran“, sagt Menzer und schränkt ein: „Wir sprechen hier von 19- bis 20-jährigen Spielern. Da kann man sich nicht sicher sein, dass alle für immer dabei bleiben.“

Die Bürde der schwarzen Serie aus der letzten Saison ist nicht zu unterschätzen aber bei einem guten Saisonstart auch schnell aus den Köpfen verschwunden. „Ich bin derzeit positiv gestimmt und was die anderen Mannschaften machen, interessiert mich nicht die Bohne. Wir schauen auf uns, wollen besser spielen als im Vorjahr“, gibt der Coach die Marschroute vor.

Quelle: Kläfker, Uwe: „Umbruch geht weiter voran“, unter: http://www.sn-online.de/Sportbuzzer/Sport-lokal/Umbruch-geht-weiter-voran (abgerufen am 05.05.2018)

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