Der Kreisligist SV Victoria Sachsenhagen bleibt ein Rästel. In der vergangenen Saison legten die Gelb-Schwarzen einen guten Start hin, holten aus den ersten sieben Spielen immerhin 14 Punkte.

Im Kreispokalspiel beim TuS Lüdersfeld lag die Mannschaft von Trainer Torsten Menzer mit 0:4 zurück und drehte das Match mit großer Moral in einen 7:5-Erfolg. Ohne Elfmeterschießen, wohlgemerkt. Alles schien in bester Ordnung. Aber dann setzte die Victoria zu einer für Außenstehende unerklärlichen Pleitenserie an. Aus acht Spielen in Folge wurde nur ein Punkt geholt. Der Stuhl von Trainer Menzer wackelte. „Bei der Bilanz kein Wunder“, räumt der Trainer ein.

Aber nach schlechten Zeiten stellten sich auch wieder gute Zeiten ein. Der SVS besiegte im November den späteren Kreismeister TSV Algesdorf mit 1:0, ein Erfolg, der wohl auch Menzer den Job rettete.

In der Rückrunde lief es dann wieder wie am Schnürchen, die Mannschaft arbeitete sich in Sichtweite zum Relegationsrang vor. „Mit der Rückserie bin ich sehr zufrieden, aber am Ende haben wir wieder geschlampt und uns schwachsinnige Niederlagen eingefangen“, sagt der Trainer und meint die Niederlagen in Exten und beim SV Engern. Es wäre mehr möglich gewesen als der siebte Tabellenplatz. „Wir hätten auch in Algesdorf gewinnen können, nach oben hat nicht viel gefehlt“, weiß der Trainer: „Insgesamt haben wir hinterm Berg zu viele Punkte gelassen.“ Die Hinserie sei auch aus personeller Sicht schwer gewesen, viele Spiele wurden nur knapp verloren. Nach dem Winter sorgte Christopher Alder für Stabilität. Der ist aber nach Rödinghausen abgewandert, spielt fortan wieder in höheren Gefilden. Mit ihm ist nach den Karriereenden von Benjamin Döring und Ahmed Serhan weitere fußballerische Qualität abhanden gekommen. Das muss die Mannschaft kompensieren, der SVS muss sich neu sortieren. Aber der Coach stellt klar: „Wir haben auch mit diesen Spielern Spiele verloren.“ Menzer hofft, dass seine Mannschaft von den Spielern etwas gelernt hat. „Uns fehlen oft die Cleverness und die Ruhe am Ball. Wir sind zu hektisch und machen den Gegner stark“, erklärt der Trainer.

Viele der Sachsenhäger Spieler haben inzwischen vier Herrenjahre auf dem Buckel, die Routine soll die lange vermisste Konstanz bringen. „Wir haben bereits in der vergangenen Saison auf Rückschläge reagiert“, weiß Menzer und hofft auf mannschaftliche Geschlossenheit. Ein Pluspunkt soll die Rückkehr des lange verletzten Tim Hensel sein. „Das ist wichtig, seine Qualität wird uns helfen“, hofft Menzer darauf, dass seine Mannschaft einen Schritt nach vorne macht. Auch Nico Gutzeit habe eine gute Rückrunde gespielt und sei in der gezeigten Form ein Hoffnungsträger. „Er hat offensiv mehr Freiheit bekommen“, freut sich Menzer. Auch Laurent Grobis habe neben seinen Torerfolgen auch spielerisch einen großen Satz gemacht und ist inzwischen Stammspieler, berichtet der Übungsleiter. Aber auch Spieler wie Lukas Fischbeck, Leon Reuter, Bastian Heine und Lars Gebühr hätten ihren Teil zur guten Rückserie beigetragen und gehören inzwischen zum Gerüst der Mannschaft.

„Wir sind kein Favorit, wollen aber im oberen Drittel mitmischen und mehr Punkte als in der vergangenen Serie holen“, hofft Menzer, die 50-Punkte-Marke knacken zu können.

Trainer: Torsten Menzer

Ko-Trainer: Dennis Strauß

Torhüter: Marius Pietzonka, Dennis Strauß, Jonas Lange, Patrick Drews

Abwehr: Tim Geisler, Malte Aumann, Marvin Hoheisel, Leon Reuter, Julian Kutzinski, Nico Stumm, Niklas Adam

Mittelfeld: Lars Gebühr, Christian Michel, Tim Hensel, Lorenz Mäffert, Bastian Heine, Richard Barros da Costa Klinner, Laurent Grobis

Angriff: Kevin Sieg, Nico Gutzeit, Lars Schumann, Lukas Fischbeck, Marcel Richter

Zugänge: Nico Stumm (eigene Jugend), Lars Schumann (TuS Lüdersfeld), Christian Michel (TSV Eintracht Bückeberge), Richard Barros da Costa Klinner (SV Nienstädt 09)

Abgänge: Benjamin Döhring, Ahmed Serhan (beide Karriereende), Christopher Alder (SV Rödinghausen)

Favoriten: SC Auetal, SW Enzen, FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen

Saisonziel: Als Mannschaft besser werden, eine sichere Saison um Platz fünf spielen, und alle Spieler sollen gesund bleiben.

Prognose: Der SV Sachsenhagen gehört auch in der neuen Saison zu den besseren Mannschaften in der Kreisliga. Trotz der Abgänge reicht es locker zu einem Platz unter den ersten acht Teams.

Neuzugänge unter der Lupe:

Richard Barros Costa Klinner: Der Angreifer und Student kehrt vom SV Nienstädt 09 zurück und soll die Offensive beleben.

Christian Michel: Der erfahrene und zweikampfstarke Spieler wird im Mittelfeld seinen Platz finden.

Nico Stumm: Kommt aus der eigenen A-Jugend und ist ein zentraler Abwehrspieler.

Lars Schumann: Spielte früher in der eigenen Jugend und will nach einer Pause wieder einsteigen. Der Stürmer macht einen topfitten Eindruck.

Quellen: Kläfker, Uwe: „Teamcheck: SV Victoria Sachsenhagen“, unter: http://www.sportbuzzer.de/artikel/teamcheck-sv-victoria-sachsenhagen/ (abgerufen am 29.05.2018)

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Bernd Bosselmann